Beginenwesen - Befreiung von Zwängen im Mittelalter

 


Befreiung von Zwängen durch das Beginenwesen

Im Mittelalter gab es eine soziale Ordnung in Form von Ständen, in die man hineingeboren wurde (gar nicht so weit entfernt von den Kasten in Indien). Der jeweilige Stand, den man von Geburt an hatte, war gottgegeben und nicht so einfach veränderbar. Mägde oder Menschen, die jemandem unterstanden, konnten nicht einfach heiraten, um aufzusteigen in den nächsten Stand. Lehnsherren hatten die Obhut über Mägde und konnten lange Zeit frei über sie verfügen (in jeder Hinsicht). 

Die „göttliche Bestimmung der Geburt“ wurde allgemein anerkannt und die Familien (oder die Sippe) bestimmte über das Leben von Frauen. Durch Heiratsallianzen wurde Macht verteilt und Einflüsse vertieft. Frauen des Adels (später auch im Bürgertum) waren ein Handelsgut, um die eigenen Grenzen zu sichern, Gebiete zu erweitern, oder Frieden mit potenziellen Gegnern zu schaffen. 

Der Wert einer Frau, war abhängig von ihrer Mitgift, ihrem Adelsstand und ihrer Schönheit (wahrscheinlich in dieser Reihenfolge). Das Beginenwesen war deshalb ab dem 12. Jahrhundert eine begehrte Lebensweise, auch für adelige Frauen, sofern es ihnen gelang, in einem Beginenkonvent zu leben. Dort konnte Frau nach Belieben wieder austreten, wenn sie doch lieber heiraten wollte (was selten geschah). Es gab kein Gelübde, wie in einem Kloster. 

Die weiteren Alternativen für adelige Frauen hießen Kloster oder Heirat – mehr Lebensentwürfe gab es nicht. Eine willentliche Entscheidung, wie man als Frau leben wollte, gab es zumeist nicht, weil Eltern oder Brüder über das Leben einer adeligen Frau verfügten und Gehorsam verlangten. Erst wenn sie Witwe wurden, oder ihr Mann abwesend war, wegen Handelsreise oder Krieg o.ä., hatten Frauen eine Chance selbstbestimmter zu leben.

Es gab allerdings Ausnahmen, Frauen die sich behaupteten und hohe Ämter einnahmen. Hier ein Film über herausragende Frauen im Mittelalter: 



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