Schwestern vom gemeinsamen Leben


 

Es gab während der Beginen-Bewegung im 14. Jahrhundert eine weitere Bewegung, die sich aber grundlegend von den Beginen unterschied, da sie offenbar mehr zur klösterlichen Gemeinschaft zählte, also innerhalb der Kirche entstand. Sie sollte nur der Vollständigkeit halber hier erwähnt werden.

Vor allem gab es das Unterscheidungsmerkmal der vollständig geteilten Habe bei den Schwestern, alles war Kollektiveigentum. Man brachte sein Vermögen ein – ab da gehört alles der Gemeinschaft, nicht dem Einzelnen, ähnlich wie in einem Kloster. Wenn man aus der Gemeinschaft ausschied, musste man sein eingebrachtes Vermögen dort belassen. Sie lehnten das Betteln und die Bettelorden entschieden ab und ernährten sich beispielsweise durch Handarbeit.

Gegründet wurde diese Gemeinschaft von einem Mann, Gerhard Groote, auch das unterscheidet sie von den Beginen. Die „Schwestern vom gemeinsamen Leben“ breiteten sich über die Niederlande nach Deutschland aus und umfassten schließlich um die 100 Gemeinschaften. Die Vorgehensweise und Strenge ähnelt mehr einem Klosterleben und lässt die freiheitlichen Regeln der Beginen nicht mehr erkennen, obwohl sie keinen Habit (Ordenskleidung) trugen. Dafür waren diese Gemeinschaften wohl auch mehr durch die Kirche geschützt. Da sie aber erst um 1380 entstanden und gegründet wurden, zählten Sie eher zu den kirchlich orientierten Gemeinschaften, denn sie übernahmen die Statuten, die Gerhard Groote, aufbauend auf den Regeln von Augustinus, für sie entwarf.  

(Zitat aus Wikipedia: ca. 1374–1377) entschied Gerhard Groote sich, andere durch Bußpredigten (u. a. gegen verheiratete oder reiche Geistliche) zur rechten Lehre zurückzuführen. Um predigen zu können, empfing er die Diakonatsweihe, aus Demut wollte er sich aber nicht zum Priester weihen lassen. Er gewann viele Anhänger, die sich zur Gruppe der Devotio moderna („zeitgemäße Frömmigkeit“) zusammenschlossen. Hieraus entstanden die Schwestern und die Brüder vom gemeinsamen Leben. (Zitatende)

Der spirituelle Hintergrund der Schwestern vom gemeinsamen Leben, unterschied sich wahrscheinlich kaum von den Beginen, die ebenfalls durch Einkehr in das Innere Gebet und das Üben der Tugenden in Alltag und Arbeit, die Nähe zu Gott suchten. Diese Vorgehensweise geht allerdings teilweise auf die ersten weiblichen und männlichen Mönche um 300 nach Christus zurück (Wüstenmütter und Wüstenväter), die später von der Kirche durch das Leben in Klöstern integriert wurden und aus denen viele Mystiker und Mystikerinnen hervorgingen.

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