Marguerite Porete

 Von Uta-Maria Freckmann 2025 ©


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Marguerite Porete († 1310) war eine der bedeutendsten mystischen Beginen des Mittelalters. Ihr Werk Der Spiegel der einfachen Seelen beeinflusste die spirituelle Tradition Europas tiefgreifend und wurde trotz Inquisition und Verfolgung über Jahrhunderte weitergegeben. Diese Seite bietet einen Überblick über ihr Leben, ihre Lehre und ihre Bedeutung für die Beginenbewegung.

1. Herkunft & Lebensweg
Marguerite Porete wurde vermutlich um 1250 im Hennegau geboren und wuchs zeitweise in Valenciennes auf. Sie gehörte den Beginen an und lebte wahrscheinlich im Raum Paris.
Am 1. Juni 1310 wurde sie in Paris auf dem Scheiterhaufen hingerichtet.

2. Bildung & geistiges Umfeld
Marguerite stammte aus einem wohlhabenden Elternhaus und erhielt eine für ihre Zeit außergewöhnlich gute Bildung. Sie stand im Austausch mit bedeutenden Mystikern wie Meister Eckhart und kannte die Schriften anderer Beginen wie Hadewijch von Antwerpen.

3. Ihr Werk: Der Spiegel der einfachen Seelen
Marguerite schrieb ihr Buch Ende des 13. Jahrhunderts in französischer Volkssprache.
Zentrale Inhalte:
  • Weg der Gotteseinung (unio mystica); 
  • Selbsterkenntnis und innere Reinigung als spiritueller Prozess; 
  • Bedeutung der Tugenden auf dem Weg zu Gott;
  • Die sieben Stufen der Seele;
  • Reife der Seele, in der Tugenden „überflüssig“ werden, weil die Seele selbst Tugend geworden ist; 
  • Einzelne Passagen wurden aus dem Zusammenhang gerissen und führten zur Anklage wegen Häresie.
4. Konflikt mit der Inquisition
In ihrem Wirkungsbereich arbeitete die Inquisition unter Wilhelm von Paris. Ihr Buch wurde vom Bischof von Cambrai verboten, trotz theologischer Unbedenklichkeits-Erklärungen. Marguerite weigerte sich standhaft, vor der Inquisition auszusagen oder ihr Werk zu widerrufenSie verbreitete ihr Buch sogar nach der offiziellen Verbrennung weiter. 1308 wurde sie eingekerkert und als „relapsa“ verurteilt, was automatisch die Todesstrafe bedeutete.

5. Marguerite als Einzelbegine
Sie lebte wahrscheinlich nicht dauerhaft in einem Konvent, sondern als Einzelbegine, pflegte aber regen Austausch mit Beginengemeinschaften in ihrer Umgebung.

6. Überlieferung & Wiederentdeckung
Ihr Buch wurde über Jahrhunderte unter dem Namen „Jan von Ruysbroek“ überliefert. Erst 1946 erkannte die Forscherin Romana Guarnieri die wahre Autorin anhand der Inquisitionsdokumente.

Herkunft und Zeitgeist 

Marguerite Porete war eine französische Mystikerin und Begine des späten 13. und 14. Jahrhunderts. Über ihre Herkunft ist recht wenig bekannt, viele Eckdaten und Informationen über sie konnte man nur den Inquisitions-Dokumenten entnehmen, die teilweise noch im Original erhalten sind. Wahrscheinlich stammte sie aus dem Hennegau, wurde um 1250 geboren und wuchs zeitweise in der Stadt Valenciennes auf. Gesichert ist, dass sie den Beginen angehörte und auch im Raum Paris lebte.

Sie hatte eine für die damalige Zeit gute Bildung genossen und stammte daher wohl eher aus einem wohlhabenden Elternhaus. Verstorben ist sie am 1. Juni 1310 in Paris auf dem Scheiterhaufen. 

Sie schrieb ein Buch namens „Der Spiegel der einfachen Seelen“ über ihre spirituellen Erfahrungen in ihrer französischen Volkssprache, welches seinerzeit weite Verbreitung fand. 

In ihrem Wirkungsbereich arbeitete die kirchliche Inquisition unter Wilhelm von Paris. Wenn man sich zur damaligen Zeit als Frau öffentlich zu theologischen Themen äußerte, musste man äußerste Vorsicht walten lassen, um nicht in das Visier des Generalinquisitors zu geraten. Ihr Buch wurde vom damaligen Bischof von Cambrai (1296 bis 1306 amtierend) verboten, unter Androhung der Exkommunikation, sollte man es weiterhin besitzen. Dies, obwohl sie sich vorher von namhaften Theologen die Unbedenklichkeit ihres Buches bestätigen ließ. So hoffte sie, weiterer Verfolgung wegen Häresie zu entgehen.

Bezeichnend war, dass sie sich strikt weigerte, vor der Inquisition auszusagen, sich zu ihrem Buch richtigstellend zu äußern oder gar Aussagen in ihrem Buch zu widerrufen. Das kam für sie nicht infrage. Sie erinnerte daran, dass sie diese Schrift in tiefer Ruhe und mit innerem Frieden geschrieben hatte, wobei sie die göttliche Präsenz fühlte. Ein Verleugnen wäre ihr wahrscheinlich wie ein Verrat vorgekommen, zumal sie im Buch unter anderem beschrieb, dass die Inhalte einigen nicht gefallen würden. 

Sie ignorierte jedwede Vorladung, inklusive der Warnung vor der Exkommunikation und des Häresie-Verdachts, und verbreitete ihr Buch nach der offiziellen Buchverbrennung um 1306 wohl in einer überarbeiteten Auflage weiter. Schließlich wurde sie 1308 eingekerkert. Da sie sich weigerte, ihr Buch zu verteidigen, wurde sie als „relapsa“ (Rückfällige) eingestuft, was einer automatischen Todesstrafe gleichkam. 

Marguerite war wahrscheinlich keine Begine, die in einem Konvent, sondern als Einzelbegine gelebt hat. Allerdings unterhielt sie, bedingt durch ihr Buch, als Einzelbegine guten Kontakt zu Konventen in der Umgebung. Wie lange sie in welchem Konvent gelebt oder diesen nur besucht hat, ist leider nicht bekannt. Sie soll regen Austausch mit dem Mystiker Meister Eckhardt gehabt haben, der zeitweise in ihrem Umfeld in Paris gelebt haben soll. Seine Erkenntnisse kommen den ihren sehr nahe. Aber sie kannte wohl auch die Schriften von Hadewijch von Antwerpen und anderen Beginen ihrer Zeit. 

Ihre Schriften und Bücher 

Marguerite Porete hat ihr Buch wahrscheinlich Ende des 13. Jahrhunderts geschrieben. Sie beschrieb darin einen Weg der Gotteseinung, so wie die Nordhastedt-Beginen ihn heute noch gehen. Dieser besagt, dass man Gott in sich selbst finden kann, durch intensive Selbsterkenntnis und beständige Reinigungsprozesse. Auf dem Weg dorthin braucht es die Tugenden und Gebote. Sie beschreibt darin die 7 Stufen der Seele auf dem Weg zu Gott. 

Wenn die Seele allerdings so weit gereift ist, dass sie selbst zur Tugend geworden ist, sind diese Hilfen überflüssig geworden, weil die Seele Gotteseinung erreicht hat. Aus dem Zusammenhang gerissen, wurden einzelne Passagen ihres Buches von der Inquisition diskutiert und es kam schließlich zur Verurteilung. 

Sie war ihrer Zeit weit voraus und hat sich mutig zu ihren spirituellen Erkenntnissen bekannt. Ihr Buch wurde unter falschem Namen (Pseudonym Jan von Ruysbroek) über die Jahrhunderte bis jetzt erhalten. Erst die Literaturwissenschaftlerin Romana Guarnieri brachte 1946 die Schrift in Zusammenhang mit Margaret Porete, weil sie einzelne Passagen in den Inquisitionsdokumenten wiedererkannte.  

(Quelle Wikipedia und Buch „Der Spiegel der einfachen Seelen“) 

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