Frauenrechte in der kath. Kirche
Dieser Text erschien in der "Beginen heute" Heft 3
Innerhalb meiner Recherche zu Frauen und Spiritualität führte ich 2017 ein erstes Gespräch mit Frau Ida Raming über die heutigen Rechte der Frau in der katholischen Kirche. Wir sprachen jetzt erneut über ihren Einsatz für Veränderungen innerhalb des Systems Kirche und ihr unverdrossenes, über 40 Jahre andauerndes Engagement. Im April 2026 wollte ich erfahren, ob es Fortschritte gibt und ob ihr kontinuierliches Streben nach Gleichberechtigung innerhalb der katholischen Kirche von Erfolg gekrönt wurde. Ihre Bemühungen und die vieler weltweit vernetzter Frauen, wurden jedoch allesamt niedergeschlagen.
Frau Raming ist mittlerweile 93 Jahre alt und äußert sich noch immer engagiert zu ihrem Thema, weil es sie spürbar erfüllt. Sie bestätigte meine Annahme, dass eine Aufgabe und ein gewähltes Amt, für das man sich einsetzt, bis ins hohe Alter gesund erhalten können. Frau Raming ist Mitinitiatorin von „Ordination für Frauen“ beziehungsweise RCWP (Roman Catholic Women Priests), einer weltweit vernetzten Bewegung von Frauen, die versucht, den Stand der Frau innerhalb der katholischen Kirche zu verändern. Sie fordern unter anderem den Dienst der Frau als Diakonin. Sieben Frauen haben diesen Berufsweg samt Ausbildung bewusst gewählt, obwohl sie wussten, dass die Chance, später einmal in diesem Beruf arbeiten zu können, beinahe ausgeschlossen ist. Ebenso steht diese Bewegung für die Ordination und Weihe von Frauen in das Priesteramt.
Gemeinsam mit Iris Müller, die 2011 verstarb, und weiteren Mitstreiterinnen fanden sie einen Bischof aus Argentinien, der bereit und kirchenrechtlich in der Lage war, Frauen zum Priesteramt zu weihen. Die Frauen suchten einen Weg, sich weihen zu lassen, denn manche, so auch Ida Raming, fühlen sich seit ihrer Kindheit zu diesem Amt berufen. Sie äußerte, dass sie ihren Platz als Frau innerhalb der Kirche nie finden konnte. Die Alternative, Ordensfrau zu werden, war für sie keine wirkliche Möglichkeit, obwohl ihr dies von vielen Priestern und Ordensmännern empfohlen wurde. Stattdessen setzte sie sich unentwegt innerhalb der katholischen Kirche für Reformen ein, die die Rechte der Frauen verbessern sollten. Ihr ganzes Leben widmete sie diesem Streben. Aus heutiger Sicht ist ihr Weg ein eindrucksvolles Beispiel für Beharrlichkeit und Loyalität gegenüber einem einmal gesetzten Ziel. Auch während unseres Gesprächs entstand der Eindruck, dass sie an das glaubt, was sie tut – unabhängig von den bisherigen Ergebnissen ihres Wirkens.
Palmsonntag 2002 – Frauen finden Wege zur Priesterweihe
Bischöfe, beide in der apostolischen Sukzession des Apostels Petrus, spendeten auf der MS PASSAU, einem Donauschiff zwischen Passau und Linz, drei Frauen aus der Ausbildungsgruppe „Weiheämter für Frauen“ sowie weiteren vier Frauen aus Deutschland und Amerika die Priesterinnenweihe – exakt nach dem römisch-katholischen Ritus und notariell dokumentiert. Die Reaktion des Papstes folgte unmittelbar am 10. Juli 2002. Kardinal Ratzinger erließ ein Monitum (Ermahnung), mit dem er den neu geweihten Priesterinnen die Exkommunikation androhte, falls sie nicht bis zum 22. Juli 2002 „Reue bekennen“ und „um Verzeihung bitten“ würden. Die Frauen baten nicht um Verzeihung und wurden daraufhin exkommuniziert.
War das lebenslange Engagement dieser mutigen Frau sinnlos? So könnte man meinen, wenn man das Ganze von außen betrachtet. Doch ein Lebenswerk, das aus innerer Überzeugung heraus gelebt wird, kann niemals sinnlos sein. Vier junge Frauen streben heute weiterhin das Priesterinnenamt innerhalb der katholischen Kirche an. Zwar blieb ihr Bestreben bisher ohne positive Antwort, doch es zeigt sich, dass der rote Faden aufgenommen wurde und junge Frauen sich weiterhin für dieses Thema interessieren.
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Quellen
Weiterführende Links und das YouTube-Video zumThema, „Drei jungeStudentinnen“
https://www.youtube.com/watch?v=e9PkB7Yg2SE
Video vom SWR, in die Suchfunktion Ida Raming eingeben:
https://www.youtube.com/watch?v=lbQDGr_KgO0
Ein Artikel über geweihte Diakoninnen im Mitelalter.